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MySQL ist als Open-Source-Software sowie als kommerzielle Enterpriseversion für verschiedene Betriebssysteme wie Linux.

MariaDB Datenbank erstellen und löschen in Terminal

MySQL Datenbank erstellen in der Shell

MySQL im Linux Alltag, dabei stösst jeder irgendwann auf mindestens eine der beiden Open Source Datenbanken, gemeint sind die relationalen Datenbanken MariaDB und PostgreSQL. Deswegen wird sich aber nicht gleich jedermann als SQL Crack behaupten wollen, wenn gleich sich davon ganz fernhalten auch keine Option ist. Die meisten Arbeiten können mit einer Handvoll Befehle in der Kommandozeile erledigt werden. In diesem Beitrag führe ich dich kurz durch die Kommandos von MySQL oder MariaDB, um eine neue Datenbank zu erstellen, sie aufzulisten und Datenbanken zu löschen.

Inhalt

MySQL Konsole Client starten

Zunächst muss man sich am MySQL oder MariaDB Server anmelden. Dazu verbindet man sich über SSH zum Server und wird zu root.

Der Anmeldeprozess gestaltet sich einfach. Ist man einmal mit dem Server verbunden, nutzt man den MySQL-Client für die Anmeldung.

$ mysql -u root -p

Wenn kein Kennwort für den Benutzer root gesetzt wurde, kann man auf den Parameter -p verzichten. Klappt alles, erscheint folgende Ausgabe:

[root@debian:~]# mysql -u root -p
Enter password:
Welcome to the MariaDB monitor.  Commands end with ; or \g.
Your MariaDB connection id is 63136
Server version: 10.3.31-MariaDB-0+deb10u1 Debian 10

Copyright (c) 2000, 2018, Oracle, MariaDB Corporation Ab and others.

Type 'help;' or '\h' for help. Type '\c' to clear the current input statement.

MariaDB [(none)]>

Direkt nach der Anmeldung als root kann man schon neue Datenbanken erstellen oder bestehende Datenbanken anzeigen.

MySQL SHOW DATABASES

Wenn man ein neu installiertes System mit einer neuen MySQL oder MariaDB Instanz vor sich hat, dann sind noch nicht all zu viele Datenbanken vorhanden. An dieser stelle lässt man sich zunächst einmal alle Datenbanken anzeigen, indem das SQL Kommando SHOW DATABASES; eingegeben wird. Achte darauf, dass jedes Kommando in der SQL Konsole mit Semikolon ; abschließt.

MariaDB [(none)]> SHOW DATABASES;
+--------------------+
| Database           |
+--------------------+
| information_schema |
| mysql              |
| performance_schema |
+--------------------+
3 rows in set (0.001 sec)

MariaDB [(none)]>

MySQL CREATE DATABASE

Das Erstellen einer neuen Datenbank unter MySQL oder MariaDB ist genauso einfach, wie das auflisten der bestehenden Datenbanken. Nutze einfach das SQL Kommando CREATE DATABASE; um eine neue Datenbank mit dem Namen blog zu erstellen.

mysql> CREATE DATABASE blog;
Query OK, 1 row affected (0.00 sec)

mysql>

Wenn alles geklappt hat, dann ist jetzt eine neue Datenbank unter dem Namen „blog“ erstellt. Wenn man sich jetzt alle Datenbanken auflistest, sollte diese neue Datenbank in der Liste erscheinen:

mysql> SHOW DATABASES;
+--------------------+
| Database           |
+--------------------+
| information_schema |
| blog               |
| mysql              |
| performance_schema |
+--------------------+
4 rows in set (0.00 sec)

mysql>

MySQL DROP DATABASE

Beim Löschen einer Datenbank sollte man sich vergewissern, dass die richtige Datenbank vom Server gelöscht wird. Denn einmal gelöscht, ist die Datenbank im Regelfall weg.

Zunächst alle Datenbanken auf dem Datenbank-Server auflisten. Dazu nutze wieder das Kommando SHOW DATABASES; in der MySQL-Konsole.

Kopiere den Namen der Datenbank in die Zwischenablage, die gelöscht werden soll.

Für das Löschen einer Datenbank ist das SQL-Kommando DROP DATABASE; zuständig. Die Syntax ist ähnlich wie beim Erstellen einer Datenbank.

mysql> DROP DATABASE blog;
Query OK, 0 rows affected (0.01 sec)

mysql>

Der MySQL-Client ist an dieser Stelle nicht sehr gesprächig. Signalisiert uns aber mit einem „OK“, dass das Kommando erfolgreich ausgeführt wurde.

Nun wieder mit dem Kommando SHOW DATABASES; überprüfen, ob die Datenbank erfolgreich entfernt wurde.

Den MySQL-Client verlssen mit quit.

MariaDB [(none)]> quit
Bye

MySQL CREATE USER

Es wird empfohlen ein Benutzer für die neu erstellte Datenbank zu erstellen, hierzu dient das Kommando CREATE USER.

CREATE USER 'dbuser'@'localhost' IDENTIFIED BY 'securepassword';

Der neue Benutzer dbuser mit dem Passwort securepassword wird angelegt, die Platzhalter durch Namen und Passwort ersetzen.

Dazu die rechte für den Benutzer dbuser für die Datenbank blog erteilen.

GRANT ALL PRIVILEGES ON blog.* TO "dbuser"@"localhost" IDENTIFIED BY "securepassword";

Zum Schluss die übergeordneten root rechte entfernen.

FLUSH PRIVILEGES;

Der neu erstellte Benutzer erhält Zugriff für nur diese Datenbank.

Conclusion

Wie in diesem Beitrag gezeigt wird, genügt eine Handvoll Kommandos um MySQL und MariaDB Datenbanken zu erstellen. Für die Integration oder bei der Migration von CMS Applikationen, können mit wenigen Kommandos in der Linux Console die Datenbanken erstellt, gelöscht oder überprüft werden, was vor allem dann nützlich ist, wenn kein phpMyAdmin zur Verfügung steht.

LAMP Stack auf Debian Installieren

Linux – Apache – MySQL – PHP – LAMP Stack Installation auf Debian

LAMP ist eine auf Open-Source basierte Kombination aus Software, die normalerweise zusammen installiert wird, damit ein Server dynamische Webseiten und Web-Apps hosten kann. LAMP ist das Akronym für Linux Apache MySQL PHP, dass für Linux mit dem Apache Webserver, der MySQL-Datenbank und PHP für die dynamische Verarbeitung von Webseiten steht.

In diesem Tutorial wird der LAMP Stack auf einem Debian 10 (buster) komplett mit Apache/2.4, MariaDB 10, PHP 7.4 und vsftpd sowie Fail2ban und allen erforderlichen Pakete installiert und konfiguriert. Der geschätzte Zeitaufwand der Installation beträgt etwa 10 Minuten, am Ende steht ein Webserver für Content-Management-Systeme bereit. Neu erstellte Benutzer für den FTP Zugang werden automatisch zu chroot der eigenen DocumentRoot.

LAMP Installation für Debian

Wir sind auf einem Debian 10 Linux als root eingelggt, wie immer wird erst Update durchgeführt, bevor weitere Pakete installiert werden.

apt update

Erst werden benötigte Pakte als voraussetzung zur weiteren Installation bereitgestellt.

apt install ca-certificates apt-transport-https lsb-release gnupg curl vim unzip -y

Das Debian Repository enthält nicht die neusten PHP Versionen, daher verwenden wir das Sury Repository.

wget -q https://packages.sury.org/php/apt.gpg -O- | apt-key add -
echo "deb https://packages.sury.org/php/ $(lsb_release -sc) main" | tee /etc/apt/sources.list.d/php.list

Erneut den Paketindex aktualisieren.

apt update

Nun den Apache 2 Webserver auf dem Debian 10 installieren.

apt install apache2 -y

Die von den meisten CMS benötigten Tools und Bibliotheken auch gleich installieren.

apt install php7.4 php7.4-cli php7.4-common php7.4-curl php7.4-gd php7.4-intl php7.4-json php7.4-mbstring php7.4-mysql php7.4-opcache php7.4-readline php7.4-xml php7.4-xsl php7.4-zip php7.4-bz2 libapache2-mod-php7.4 -y

Als nächstes wird der MariaDB-Server installiert.

apt install mariadb-server mariadb-client -y

Nun geben wir den Befehl ein, um die Konfiguration des MariaDB-Servers abzuschließen.

mysql_secure_installation

Bei der ersten Abfrage des aktuellen Passworts muss man nichts eingeben, sondern einfach die Enter-Taste drücken. Bestätige die nächste Frage bzgl. der Änderung des Root-Passworts mit Enter. Nun wird ein Passwort für den Root-Benutzer des MariaDB-Servers vergeben (nicht der Linux root User). Während der Eingabe erscheinen keine Zeichen, das ist normal. Bestätige alle folgenden Fragen (Löschung des anonymen Benutzers, Verbieten des externen Root-Logins aus Sicherheitsgründen, Entfernen der Testdatenbank und Aktualisieren der Rechte) ebenfalls mit Enter. Danach ist der MariaDB-Server fertig installiert und konfiguriert.

phpMyAdmin installieren

Jetzt wechseln wir mit dem Befehl cd /usr/share das Verzeichnis, in diesem phpMyAdmin installiert wird.

Um phpMyAdmin herunterzuladen, führen wir nun wget aus.

wget https://www.phpmyadmin.net/downloads/phpMyAdmin-latest-all-languages.zip -O phpmyadmin.zip

Entpacke das soeben heruntergeladene Archiv wie folgt.

unzip phpmyadmin.zip

Nach dem entpacken entferne nun das heruntergeladene Archiv.

rm phpmyadmin.zip

Anschließend muss der Name des entpackten Verzeichnis zu phpmyadmin umbenannt werden, mit folgendem Befehl.

mv phpMyAdmin-*-all-languages phpmyadmin

Wir vergeben anschließend die benötigten Rechte auf das phpMyAdmin-Verzeichnis mithilfe des Befehls.

chmod -R 0755 phpmyadmin

Jetzt noch die Datei config.sample.inc.php ubenennen zu config.inc.php.

mv /usr/share/phpmyadmin/config.sample.inc.php /usr/share/phpmyadmin/config.inc.php

Erstellen wir nun eine Apache2-Konfigurationsdatei für phpMyAdmin, mit Copy & Paste der folgenden Zeilen.

cat <<EOF> /etc/apache2/conf-available/phpmyadmin.conf
# phpMyAdmin Apache configuration

Alias /phpmyadmin /usr/share/phpmyadmin

<Directory /usr/share/phpmyadmin>
    Options SymLinksIfOwnerMatch
    DirectoryIndex index.php
</Directory>

# Disallow web access to directories that don't need it
<Directory /usr/share/phpmyadmin/templates>
    Require all denied
</Directory>
<Directory /usr/share/phpmyadmin/libraries>
    Require all denied
</Directory>
<Directory /usr/share/phpmyadmin/setup/lib>
    Require all denied
</Directory>
EOF

Alle Zeilen in der Codebox mit Copy paste einfügen (cat – EOF).

Die soeben hinzugefügte Apache2-Konfigurationsdatei Aktivieren.

a2enconf phpmyadmin

Und das Neuladen des Apache2-Webservers durchführen.

systemctl reload apache2

Erstelle das temporäre Verzeichnis, welches phpMyAdmin benötigt.

mkdir /usr/share/phpmyadmin/tmp/

Und vergebe dem Webserver-Benutzer nun die benötigten Besitzerrechte für dieses temporäre Verzeichnis.

chown -R www-data:www-data /usr/share/phpmyadmin/tmp/

Es ist aus Sicherheitsgründen die Passwort-Authentifizierung beim MariaDB-Server nicht mehr empfohlen, um sich direkt als Root-Nutzer anzumelden (z.B. über phpMyAdmin).

Ein zusätzlichen Benutzer mit allen Rechten anlegen, dazu melden wir uns mit dem MySQL-Client am MariaDB-Server an.

mysql -u root

Wenn bis hier alles klappte, bist Du jetzt im MySQL (MariaDB) Prompt.

MariaDB [(none)]>

Und führen jetzt die folgenden SQL Befehle aus um den MariaDB-Benutzer zu erstellen und ihm die Rechte zu erteilen.

CREATE USER 'username'@'localhost' IDENTIFIED BY 'password';
GRANT ALL PRIVILEGES ON *.* TO 'username'@'localhost' WITH GRANT OPTION;
FLUSH PRIVILEGES;

Ersetze hierbei „username“ und „password“ durch den gewünschten Benutzernamen und ein Passwort. Beende die MariaDB-Konsole abschließend mit exit.

MariaDB [(none)]> exit

Jetzt kann man sich mit dem neu erstellten Benutzer am MariaDB-Server anmelden (z.B. auch über phpMyAdmin).

http://192.168.2.12/phpmyadmin

Fertig – der Apache2-Webserver inkl. PHP 7.4, MariaDB-Server und phpMyAdmin ist nun einsatzbereit. Das phpMyAdmin-WebUI erreichet man, indem man nach der IP-Adresse oder des FQDN im Browser /phpmyadmin anhängt.

Hinweis. Bei der ersten Anmeldung in phpMyAdmin wird man eine Fehlermeldung am unteren Seitenrand sehen.

Ab sofort muss ein geheimes Passwort zur Verschlüsselung in der Konfigurationsdatei gesetzt werden (blowfish_secret).

Abhilfe schaft eine Passphrase die in der Datei config.inc.php bei $cfg['blowfish_secret'] eingefügt wird. Hier ein Beispiel:

vi /usr/share/phpmyadmin/config.inc.php

$cfg['blowfish_secret'] = 'ttTo4Zhy6zEOdUatH6vcOQFbXpnnM/WmOZpO1bM9BH2R7i4WZJVpdBntcsvSDVlM'; /* YOU MUST FILL IN THIS FOR COOKIE AUTH! */

Hinweis: Wenn man zum editieren vim nutzt, bemerkt man das nach eingabe zum insert mode beim text einfügen mit der rechten Maustaste sich der blockwise Visual mode aktiviert — (insert) VISUAL — das sich als unerwünscht zeigt, das kleine Malheur kann aber schnell behoben werden, indem man die Maussteuerung für vim deaktiviert, erstelle hierzu die Datei mit echo "set mouse-=a" > ~/.vimrc

Tipp! Eine Passphrase erzeugen ist einfach wie folgende Befehlszeile zeigt. Beispiel mit 48 Zeichen lange zufällige Zeichenkette.

openssl rand -base64 48
ttTo4Zhy6zEOdUatH6vcOQFbXpnnM/WmOZpO1bM9BH2R7i4WZJVpdBntcsvSDVlM
# oder andere 48 Zeichen
date +%s | sha256sum | base64 | head -c 48 ; echo
MjhhMGUwMjYyYjljNWI2MjFiMGZmNmQ5MjdiYjY2MGE2YWNl

Debian Webserver absichern und härten

Als erstes wird die Kernel Firewall für den Webserver konfiguriert, es sollen nur die erforderlichen Services eingehend erlaubt werden. Bei Debian ist standardmässig nach der Installation die ufw (Uncomplicated Firewall) aktiviert. Die für den Webserver benötigten Ports werden wie folgt geöffnet.

ufw reset
ufw allow "WWW Full"
ufw allow 20/tcp
ufw allow 21/tcp
ufw allow 22/tcp
ufw allow 40000:50000/tcp
ufw default allow outgoing
ufw default deny incoming
ufw enable

Mit den folgenden Befehlen können die Firewall Regeln abgefragt werden um die Konfiguration zu überprüfen.

ufw status verbose
iptables -vnL
iptables -S

Wird für Debian das firewalld Paket beforzugt, kann mit ufw disable diese deaktiviert werden, und firewalld installiert werden.

apt instll firewalld -y

Bei Debian müssen für firewalld die Links geändert werden.

update-alternatives --set iptables /usr/sbin/iptables-legacy
update-alternatives --set ip6tables /usr/sbin/ip6tables-legacy

Nach der Installation von firewalld können die Regeln definiert werden.

firewall-cmd --zone=public --change-interface=ens192
firewall-cmd --zone=public --permanent --add-service=ssh
firewall-cmd --zone=public --permanent --add-service=http
firewall-cmd --zone=public --permanent --add-service=https
firewall-cmd --zone=public --permanent --add-port=20/tcp
firewall-cmd --zone=public --permanent --add-port=40000-50000/tcp
firewall-cmd --reload

Hinweis: anstelle von interface=ens192 der mit ip link oder ifconfig ermittelte Interafce Name verwenden.

Die ausgeführten firewalld Regeln mit folgendem Befehl anzeigen.

firewall-cmd --list-all
public (active)
  target: default
  icmp-block-inversion: no
  interfaces: ens192
  sources:
  services: dhcpv6-client ftp http https ssh
  ports: 40000-50000/tcp 20/tcp
  protocols:
  masquerade: no
  forward-ports:
  source-ports:
  icmp-blocks:
  rich rules:

Weitere Befehle um die aktuellen Firewall Regeln auszugeben.

firewall-cmd --list-all
firewall-cmd --get-active-zones
iptables -vnL

Hinweis: nach jeder änderung muss firewalld die änderung aktivieren.

firewall-cmd --reload

FTP-Server Installation mit vsftpd

vsftpd ist ein FTP-Server für das alte File Transfer Protocol. Als Akronym steht sein Name für Very Secure File Transfer Protocol Daemon. Ob gleich OpenSSH mit sFTP bei jedem Linux und FreeBSD zum Standard gehört, ist FTP noch immer weit verbreitet.

Der vsftpd Daemon wird wie folgt installiert.

apt install vsftpd -y

Die vsftpd Konfigurationsdatei für Änderungen editieren.

vi /etc/vsftpd.conf

Wir deaktivieren die anonyme Anmeldung und erlauben lokalen Benutzern zu schreiben.

anonymous_enable=NO
local_enable=YES
write_enable=YES

Einstellungen für das Logging und Portbereiche.

use_localtime=YES
xferlog_enable=YES
log_ftp_protocol=YES
connect_from_port_20=YES
xferlog_file=/var/log/vsftpd.log
xferlog_std_format=NO
pasv_min_port=40000
pasv_max_port=50000

chroot steht für change root und ist eine Funktion für Unixoide Systeme, um das Rootverzeichnis zu ändern. chroot wirkt sich nur auf den aktuellen Prozess und seine Child-Prozesse aus, es ist ein einfacher Jail-Mechanismus in dem das FTP-Dienstprogramm verhindert das Benutzer auf Dateien ausserhalb seines Verzeichnisses zugreifen können. chroot bietet auch eine einfache Möglichkeit, nicht vertrauenswürdige Daten in eine Sandbox zu versetzen. Die chroot Einstellungen für VSFTPD Benutzer findet man in der Datei vsftpd.conf bei Zeile chroot_local_user und ändere dort auf YES, so auch bei chroot_list_enable.

chroot_local_user=YES
chroot_list_enable=YES

Alle Benutzer werden chroot zugeteilt, bis auf einige die befreit sind, dazu wird die Datei /etc/vsftpd.chroot_list erstellt, diese Benutzer enthält, die von chroot ausgeschlossen werden.

chroot_list_file=/etc/vsftpd.chroot_list
allow_writeable_chroot=YES

Um für bestimmte Benutzer die Anmeldung ganz zu verweigern, fügen wir der Datei vsftpd.conf folgende Zeilen hinzu.

userlist_deny=YES
userlist_enable=YES
userlist_file=/etc/vsftpd.userlist

Erstelle eine Datei vsftpd.userlist und füge Benutzer hinzu diese abgeleht werden sollen. Abgelehnt werden sollten die Service Accounts, da diese gerne für Angriffe genutzt werden. Ein Benutzer pro Zeile hinzufügen, Beispiel: vsftpd.userlist

root
bin
daemon
sys
sync
man
backup
admin
sshd
lp
sync
proxy
list
irc
shutdown
halt
mail
news
uucp
operator
games
nobody
postfix
www-data
ftp
mysql

Den vsftpd Daemon starten.

systemctl start vsftpd

Schutz gegen DoS Angriffe mit Fail2ban

Das in Python geschriebene Tool fail2ban verfolgt das Ziel, Serverdienste gegen DoS Angriffe abzusichern. Es prüft Logdateien nach vordefinierten Mustern und sperrt bei wiederholtem fehlgeschlagenem Zugriff temporär die entsprechenden IP-Adressen.

fail2ban wird auf Debian wie folgt installiert und konfiguriert.

apt install fail2ban -y

Die Konfiguration von Fail2ban für ein Webserver mit Jail Filter für Zugriff auf den SSH und FTP Service, um Brute-Force Attacken zu blockieren.

cp /etc/fail2ban/jail.conf /etc/fail2ban/jail.local

Nach dem die Konfigurationsdatei jail.conf kopiert ist, kann die Datei jail.local in den Editor geladen werden, alle Einstellungen hier übersteuern den Wert in jail.conf.

vi /etc/fail2ban/jail.local

Hier können Einstellungen angepasst werden und Filter für Services aktiviert oder deaktiviert werden. Der DEFAULT erlaubt eine globale Definition der Optionen. Die Optionen können anschließend in jedem Jail außer Kraft gesetzt werden.

[DEFAULT]
bantime = 43200
findtime  = 600
maxretry = 5

Die Optionen haben folgende Funktion:

  • bantime definiert die dauer der blockierung, hier 12 Std. (in Sekunden angegeben).
  • findtime definiert die dauer in der fehlgeschlagene versuche stattfinden können, hier 10 min.
  • maxretry gibt die Anzahl versuche an.

fail2ban hat Standardmässig nur den SSH Filter aktiviert, weitere Filter werden mit enabled = true aktiviert.

[sshd]
enabled = true
# To use more aggressive sshd modes set filter parameter "mode" in jail.local:
# normal (default), ddos, extra or aggressive (combines all).
# See "tests/files/logs/sshd" or "filter.d/sshd.conf" for usage example and details.
#mode   = normal
port    = ssh
logpath = %(sshd_log)s
backend = %(sshd_backend)s

[vsftpd]
enabled  = true
# or overwrite it in jails.local to be
# logpath = %(syslog_authpriv)s
# if you want to rely on PAM failed login attempts
# vsftpd's failregex should match both of those formats
port     = ftp,ftp-data,ftps,ftps-data
logpath  = %(vsftpd_log)s

fail2ban Status abfragen, Status für SSH detailert ausgeben.

fail2ban-client status
fail2ban-client -vvv status sshd

Hinweis: Seit fail2ban 0.10 (IPv6-Unterstützung) wird mit actionstart die IP-Familie On-Demand ausgeführt, bei dem ersten Ban pro Jail, sodass iptables-multiport den Chain f2b-sshd nur erstellt, wenn die erste IP im sshd-Jail gesperrt wird.

Weitere nützliche Tools für den Webserver

apt install open-vm-tools -y
apt install dnsutils -y
apt install net-tools -y

Apache Virtual Host für eine Domain erstellen

Mit einem einfachen Skript lässt sich ein neuen Apache VirtualHost erstellen, zusammen mit einer neuen DocumentRoot und einem eigenen Benutzer, der Dateien hochladen kann, um die Website zu erstellen.

#!/bin/bash
if [ $# -lt 2 ]; then
    echo "Missinng argument!"
    echo "use: addvhost [example.com] [username]"
  exit 1
fi
# make directory for new docroot
mkdir -p /var/www/$1 /var/www/$1/html
# add user for new docroot
useradd -s /sbin/nologin -d /var/www/$1/html $2
# put index.html into docroot
echo -e "<html>
  <head>
    <title>Welcome to $1</title>
  </head>
  <body>
    <h1>Howdy! Apache2 virtual host $1 is working!</h1>
  </body>
</html>" > /var/www/$1/html/index.html
# assign owner and grant rights
chown -R $2:$2 /var/www/$1
chmod -R 755 /var/www
# create new apache virtual host config
cat <<EOF> /etc/apache2/sites-available/$1.conf
<VirtualHost *:80>
    ServerAdmin webmaster@$1
    ServerName $1
    ServerAlias www.$1
    DocumentRoot /var/www/$1/html
    ErrorLog /var/log/apache2/error.log
    CustomLog /var/log/apache2/access.log combined
</VirtualHost>
EOF
# enable the new apache virtual host
a2ensite $1
systemctl restart apache2

Die Zeilen in eine Skriptdatei als addvhost speichern und wie folgt ausführen.

chmod 755 addvhost
./addvhost example.com username

Verwende das erste Argument für den Domänennamen und das zweite für den zu erstellenden Benutzernamen.

Hinweis. daran denken das der neue Benutzer noch ein Passwort benötig mit passwd [username]

Nach dem Ausführen des Skripts findet man eine neue Docroot unter /var/www sowie die zugehörige Apache Virtual Host-Konfiguration unter /etc/apache2/sites-available diese bereits aktiviert ist.

Für HTTPS Webseiten kann Certbot integriert werden, mit Let’s Encrypt SSL-Zertifikate, mehr im Beitrag hier.

Fazit

Somit ist es möglich, in kurzer Zeit einen kompletten Webserver mit allen notwendigen Diensten aufzubauen, ohne das eine grafische Benutzeroberflächen oder andere Tools zur Einrichtung und Administration eingesetzt werden.