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Der sich daraus ergebende Nutzen eines VPNs kann je nach verwendetem VPN-Protokoll durch eine Verschlüsselung ergänzt werden, die eine abhör- und manipulationssichere Kommunikation zwischen den VPN-Partnern ermöglicht.

SSH Tunnel Reverse Port forwarding

VPN Tunnel mit SSH Port Weiterleitung

SSH ist bei Linux von Beginn an dabei, auch Apple hat Secure Shell in macOS integriert, und Microsoft verpasste ebenfalls OpenSSH unter Windows 10 ab 1803 und Server 2019 als optio­nales Feature. Dazu gibt es SSH-Tunnel und SSH Port forwarding von den seit geraumer Zeit bekannten Tools wie PuTTY und KiTTY. Warum also SSH nicht nur als Terminal (TTY) nutzen, sondern auch als VPN Tunnel, dabei stehen nützliche Möglichkeiten für den Einsatz zur Verfügung, beispielsweise wenn ein VPN Tunnel nicht an der Firewall terminiert werden soll, oder wenn in Unternehmensnetzwerke zusätzliche Software nicht installiert werden kann, oder die rechte dazu fehlen. Ein SSH Reverse Tunnel ist immer dann hilfreich, wenn man auf einen Remote Computer, der hinter einer Firewall steht, nicht zugreifen kann.

  Bei Windows 10 ist der OpenSSH Client in den Einstellungen zu finden, unter Apps & Features – Optionale Features – OpenSSH-Client.

Dieser Beitrag beschreibt die Anwendung von SSH als VPN Tunnel mit Port forwarding unter OpenSSH auf Linux, macOS und Windows.

SSH Tunnel zu Remote Host B

Hier in einem Beispiel wird ein Tunnel von Host A zu Host B aufgebaut, Host B ist ein Webserver von diesem die Intranet Seite http://192.168.111.10 auf Host A geöffnet werden soll. Als einzige voraussetzung gilt dabei, das es auf der Firewall (NAT Router) ein NAT Mapping über Port 22 zu Host B gibt, und das SSH auf jedem Host vorhanden ist.

Abbildung: ssh tunnel host A to host B

Das Command im Linux Terminal auf Host A wie folgt ausführen:

Auf Host A kann nun die Webseite http://localhost geöffnet werden. Der SSH Tunnel macht die Weiterleitung für TCP Port 80 auf Host B von 192.168.111.10 zum localhost 127.0.0.1 auf Host A, der externe Port ist 45680.

Wobei wir uns auf Host B mit Benutzer cherry anmelden.
Die Bedeutung der Parameter:
-L = Lokaler Port.
-N = kein Remote Command ausführen.
-p = Externer SSH Port (NAT Port bei Firewall).
-T = kein Terminal öffnen.

Auf dem Host B muss der SSH Daemon konfiguriert und aktiviert sein, in der Konfigurationsdatei /etc/ssh/sshd_config sind folgende Einstellungen erforderlich, bei vielen Linux distributionen ist dies default.

  Die mit # auskommentierten Zeilen sind default Werte, zB. #AllowTcpForwarding ist per default yes.

Als SSH Server eignen sich viele Geräte, die auf Linux und FreeBSD OS laufen, so auch Synology NAS, FreeNAS, FreePBX Distro, OpenWrt, Raspberry Pi (Raspbian) und nun auch Windows Server, um nur einige zu nennen.

SSH Tunnel zu Remote Host C

In diesem Beispiel wird ein SSH Tunnel von Host A zu Host C aufgebaut, Host C ist ein RDS-Terminalserver, Host B dient als Port forwarder.

Abbildung: ssh tunnel host A to host C

Das Command im Linux Terminal auf Host A wie folgt ausführen:

Die Remotedesktop Sitzung zu Host C wird über localhost auf Host A aufgebaut, durch drücken der Taste Win + R wird Ausführen geöffnet, dazu die Eingabe mstsc /v:localhost mit OK bestätigen.

 In diesem Beispiel wird der Standard TCP Port 3389 für RDP als interner sowie auch als externer Port verwendet. Es können alle unprivilegierte Ports (-L) höher als 1024 verwendet werden, kommt ein anderer Port als 3389 zur Anwendung, dann muss der Port zur ausführung an RDP übergeben werden, zB: mstsc /v:localhost:44389

Bei Host B muss der Kernel für IP forwarding aktiviert sein, das Command hierfür in der Shell als root ist:

Alternativ wird mit echo in der Shell Console das selbe bewirkt:

Den aktuellen IPv4 forward Status wie folgt abfragen:

Mit 1 wird die aktivierung bestätigt, 0 gilt für die deaktivierung. Die Änderung ist nicht Boot persistent, damit nach dem nächsten start das IP forwarding wieder aktiv ist, editiert man mit nano oder sudo vi /etc/sysctl.conf

Es empfiehlt sich zur Authentifizierung ein SSH Schlüssel zu verwenden, ein Schlüsselpaar kann wie folgt erzeugt werden:

Den Public Key ~/.ssh/key_rsa.pub speichert man im Home Pfad des Benutzers, hier in diesem Beispiel auf dem Host B unter dem Pfad in der Datei ~/.ssh/authorized_keys, mehr dazu in diesem Artikel hier.

  Die Authentifizierung unter Verwendung von SSH Schlüssel ist nicht nur sicherer, es bieten sich weitere vorteile, Beispielweise wird der Anwender nicht aufgefordert ein Passwort eingeben zu müssen, auch lässt sich so der SSH Tunnel und weitere Commands aus einem Script ausführen.

SSH Tunnel unter macOS

Bei Apple macOS steht SSH erst nach der Aktivierung zur Verfügung, dies im Terminal wie folgt zur Ausführung kommt:

Danach kann der SSH Tunnel unter macOS aufgebaut werden.

Mit dem Remote Desktop for Mac wird jetzt bei Gateway localhost eingetragen und die RDP Session aufgebaut, auf diese weise sind Terminalserver geschützt und nur über SSH erreichbar.

macOS bietet auch die möglichkeit zur automatisierung und nutzt dazu launchd und die launch system services, folgendes Script wird angelegt unter:
@/Library/LaunchDaemons/server.hostc.client.cherry.home.plist mit folgendem Inhalt:

OpenSSH-Server Installation aus PowerShell

Bei Windows Server 2019 kann der OpenSSH-Server auch aus der PowerShell bereitgestellt werden.

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PuTTY SSH Port Forwarding

SSH Tunnel mit PuTTY

PuTTY kann mehr als nur Terminal Sessions herstellen, mit der Option SSH port forwarding lassen sich auf einfache weise SSH-Tunnels initialisieren.

 

Nach dem PuTTY gestartet ist, trägt man unter Host Name die IP des Ziel Host, oder den Server Name ein, dies ist in der regel eine Firewall, ein Router oder ein Host mit globaler IP Adresse.

PuTTY-Configuration
PuTTY-Configuration

Hier in unserem Beispiel wird auf dem Host 212.117.203.98, unsere PBX mit dem Port forwarding zu einem SIP-Phone hergestellt, um dieses danach über den Webbrowser zu konfigurieren, der Host kann auch ein FQDN eines DNS auflösbaren Host sein.

PuTTY SSH port forwarding
PuTTY SSH port forwarding

Im unteren Teil bei SSH wird der Punkt Tunnels ausgewählt. Danach wird der Startpunkt und der Endpunkt des Tunnels eingetragen:
Source port: 8888
Destination: 172.30.10.10:80

PuTTY SSH port forwarding
PuTTY SSH port forwarding

Abgeschlossen wird die Aktion mit einem Klick auf Add. Damit sind die Daten des Tunnels übernommen. Die Einstellungen werden oben beim Punkt Session mit Klick auf Save Permanent gespeichert.

Mit einem Klick auf Load und Open wird die Verbindung aufgebaut. Es öffnet sich die bekannte Terminal Konsole mit der Aufforderung sich einzuloggen. Dort loggt man sich als normaler User ein, damit wird der Tunnel etabliert.

Nun öffnet man den Webbrowser und gibt folgende Localhost Adresse ein: https://127.0.0.1:8888/. Danach beginnt, wie hier in unserem Beispiel der Anmeldedialog des SIP-Phone WebGUI welches wir nun konfigurieren können. Weitere Möglichkeiten SSH-Tunnels zu nutzen, bieten sich an für Synology DS, SAN Speicher, Unix/Linux Hosts oder Mac OS X an.

Hinweis:
Auf dem Server muss die SSH-Option AllowTcpForwarding yes aktiviert sein, Default ist yes in der Server Konfigurationsdatei /etc/ssh/sshd_config eingetragen.

Für den Host hinter einer Firewall muss dieser über Port 22 Static NAT forward erreichbar sein.

PuTTY kann mittels Übergabe zahlreicher Parameter genutzt werden.

PUTTY-Verknüpfung
PUTTY-Verknüpfung

Folgende Zeile als Ziel zur Verknüpfung einfügen:
„C:\Program Files (x86)\PuTTY\PUTTY.EXE“ -l jolly -pw password -4 -L 8888:172.30.10.10:80 -X :0 -load PBX

Wobei die Parameter folgendes bedeuten:
-l  der Loginname
-pw  das Passwort
-4  es soll IPv4 verwendet werden
-L  der Destination Port und die IP
-X  für X11 forwarding
-load  gespeicherte Session öffnen

 

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